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Anleitung für Krypto-Trader

TL:DR Ja, steig ein, kauf Bitcoin und die ganzen Anderen. Kaufe, kaufe und halte. Hier erkläre ich dir, wie man den Krypto-Invest mit System angeht und mit der angemessenen Strategie immer noch vom Hype profitieren kann.

Der Kryptomarkt verändert sich. Das grundsätzliche Interesse in Krypto zu investieren - sei es ein Kleinstbetrag, um die Neugierde zu stillen oder seriöse Vorsorge - nimmt nicht ab. Dabei tauchen aber Fragen auf:

  • Lohnt es sich noch einzusteigen?
  • Sollte ich Bitcoins kaufen oder doch lieber PutinCoin?
  • Wie fange ich das ganze jetzt an? Brauch ich dafür einen PC? Die neueste Grafikkarte? Einen Crashkurs in C++?!? (Nein, nur den PC)

In der Vergangenheit hab ich auf die Frage "Sollte ich noch Bitcoin kaufen?!?" immer ausweichend geantwortet. Es kann nunmal bergauf oder bergab gehen. Der Nerd in mir hat sich verweigert, eine klare Empfehlung auszusprechen. Sicher wäre es doch auch irrational einfach meinem Rat zu folgen.

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Nun hab ich zu der Frage aber eine Meinung entwickelt: Der Invest in Krypto lohnt sich meinem Verständnis nach immer noch. Natürlich muss man aber wissen, was man tut - wie immer im Leben. Deshalb geht es im ersten Abschnitt über die mögliche Motivation, mit der man an das Thema rangeht und welche Strategien daraus folgen.

Im zweiten Abschnitt geht es um gute Strategien und um die Risiken, die mit jeder Strategie verbunden sind. Denn: Es gibt kein Investment ohne Risiko - und in der Regel auch nicht so etwas wie "free money". Gott bewahre - selbst reiche Investoren mit Zigarre und Zylinder müssen sogar Zeit aufwenden und arbeiten, um ihr Vermögen zu vermehren.

Was ist dein Ziel?

Das ist immer eine gute Frage, um den Tag zu beginnen - oder ins Krypto-Trading einzusteigen. Ich kann direkt ein paar Ziele zur Wahl stellen - ausgehend davon über welchen Zeitraum du investieren willst.

Typ 1: Der Vorsorger

Du hast Geld beiseite gelegt und willst das frühestens in 5 Jahren wieder anfassen - eigentlich noch viel später, weil du z.B. ab 50 nicht mehr arbeiten möchtest. Krypto ist für dich neben Aktien, Gold und Immobilien interessant, um nicht nur erdbebensicher sondern atomkriegssicher diversifiziert zu sein. Ob du dabei selber an die Krypto-Revolution (die Hyperbitcoinisierung!) glaubst, ist dabei weniger wichtig als die Tatsache, dass andere Leute genug dran glauben, sodass Krypto auch in 10 Jahren noch eine Rolle spielen wird.

Typ 2: Der Sparer

Du sparst Geld für große Projekte und dir reichen die Zinsen der Bank nicht, du willst dir aber vielleicht nächstes Jahr die Wohnung neu einrichten, musst also mittelfristig an das Geld rankommen können. Krypto eignet sich hier ganz wunderbar: Man kann auch große Summen in kürzester Zeit liquidieren (= auscashen). Das ist beispielsweise bei einer Immobilie anders.

Gleichzeitig brauchst du was einigermaßen stressfreies, sodass du dein Geld in Sicherheit weißt und einigermaßen ruhig schlafen kannst. Hier wird ein Kompromiss nötig sein: Der Kryptomarkt ist volatil und auch mit der Diversifizierungsstrategie, die ich unten vorstellen werde, braucht man starke Nerven, wenn die Kurse stark schwanken.

Typ 3: Der Surfer

Wen lassen die grandiosen Kursgewinne schon kalt? Klar will man mal dabei sein, wenn der nächste Altcoin gehypt wird und sein Preis sich verzehn-, verhundert- oder ver-was-weiß-ich-vielfacht. Ich behaupte: Es ist jedem absolut möglich, das selber zu erleben. Auch nach nun bald 9 Jahren Kryptogeld existiert noch die gleiche Dynamik, die schon den ein oder anderen Millionär hervorgebracht hat - einfach nur fürs Früh dabei gewesen Sein. Allerdings bist du nicht mehr allein. Die große Schar opportunistischer Anleger, die The Next Big Thing suchen, sind deine Konkurrenten. Denn wenn du erst nach allen anderen kaufst, bleibt der große Gewinn aus. Wirklich der Erste zu sein, bedeutet nicht selten, dass man mit unausgereifter Software und semi-seriösen Börsen arbeiten muss und dass man Zeit mit Recherche verbringt - das bedeutet Zeitaufwand. Da man dabei nicht nur viel gewinnen kann sondern in jedem Fall viel lernt, spricht aber nichts dagegen, das mal auszuprobieren.

Typ 4: Der Daytrader

Daytrading ist mir nach wie vor suspekt und im Großen und Ganzen rate ich davon ab. Deshalb taucht das hier nur der Vollständigkeit halber auf. Ich hab dafür keine Strategien zu bieten - nur meine Warnungen an Kevin. Leider sind viele Daytrader von ihren Strategien überzeugt und wollen diese Warnungen nicht hören - dann geschieht es ihnen eben recht. Kahnemann hat in Thinking Fast and Slow auch schon über die Psychologie von Tradern geschrieben und musste feststellen, dass die unbelehrbar sind.

Übrigens: Wer meint, seine Kaufs- und Verkaufsentscheidungen allein basierend auf Kursverläufen treffen zu können und also ausschließlich Kurs-Charts anschaut, verfolgt auch eine "Strategie". Strategie in Anführungszeichen, weil so sich manch einer gar nicht bewusst ist, warum genau er kauft und verkauft. Die implizite Annahme ist häufig das Verfolgen von Trends. Da heißt es dann, es ginge "aufwärts" und man nimmt die Gewinne mit, bis sich der Trend umkehrt und man rechtzeitig verkaufen muss, bevor es wieder "abwärts" geht. Alles Negative, was ich zum Daytrading zu sagen hab, gilt hier auch.

Wer entsprechend irgendeiner der Strategien investiert, die ich hier vorstelle, kommt zwangsläufig mit Aspekten des Daytrading in Kontakt. Dann etwa, wenn man vor der Wahl steht eine Market-Order zu platzieren (sofort kaufen!) oder eine Limit-Order (zu einem vorgegebenen Preis kaufen!). Hier gilt, was ich auch Kevin rate: Wer längerfristig investiert, braucht sich nicht allzu viele Gedanken machen. Glück und Pech mit einzelnen Orders dürfte sich auf lange Sicht rausmitteln.

Nun geht es gleich weiter zu den Strategien. Falls du nicht weißt, was die Marktkapitalisierung ist, ist hier noch einmal eine kurze Erklärung.

Was ist eigentlich die Marktkapitalisierung

Es gibt eine Art natürliche Rangordnung bei Kryptogeld. Und zwar kann ich die Coins nicht einfach nach ihrem Preis vergleichen, weil sich die Anzahl der sich im Umlauf befindenden Einheiten eines Coins sich stark unterscheiden. Es zirkulieren ca. 17 Mio. Bitcoins (BTC) zu einem Preis von rund 11'000 USD/BTC. Und es zirkulieren fast 100 Mio. Ether (ETH) zu einem Preis von 1'000 USD/ETH. Die Lösung ist, den Preis mit der Anzahl der zirkulierenden Einheiten zu multiplizieren. Die Gesamtmenge aller Bitcoins im Umlauf hat näherungsweise den Wert von 200 Mrd. USD, was Bitcoin zum größten Coin auf dem Markt macht - nach Marktkapitalisierung eben. Ethereum folgt auf Platz zwei mit einer Marktkapitalisierung von ca. 100 Mrd. USD.

Welche Anlage-Strategie?

Für die ersten drei Typen stelle ich jeweils die entsprechende Strategie vor.

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1. Eine Art Krypto-Index

Der Vorsorger, der langfristig für seine Rente anlegen will, kann es sich einfach machen. Als Vorsorger interessiert mich der Kryptomarkt insgesamt - mehr als Erfolg oder Misserfolg eines einzelnen Coins. Anstatt innerhalb der Krypto-Welt auf ein spezielles Konzept zu wetten, folge ich dem Kapital. Und um da zu investieren, wo die meisten dran glauben, reicht es die Top 5 oder die Top 10 (für die Streber) der Coins nach Marktkapitalisierung anzuschauen. Außerdem gewichte ich die Coins: Je größer die Marktkapitalisierung, desto mehr Geld investiere ich. Mein Portfolio soll den gesamten Kryptomarkt nachbilden. Je mehr Coins ich in mein Portfolio aufnehme, desto genauer wird das, aber bei viel mehr als fünf bis 10 Coins wird der Markt sehr feinteilig und der Einfluss jedes weiteren Coins auf mein Portfolio ist dann so gering, dass man es getrost bei fünf bis zehn Coins belassen kann.

Die komplette Liste aller Coins nach Marktkapitalisierung gibt es auf coinmarketcap.com.

Wer jetzt anmerkt, dass so eine Investmentstrategie rückblickend gar nicht die höchste Rendite eingefahren hätte, hat vollkommen recht. Aber es ist gar nicht so einfach - ausgehend vom "Krypto-Index" als die faulste Variante - sein Portfolio zu verbessern, weil nunmal niemand weiß, welcher der 1200 Coins von weiter unten den nächsten kometenhaften Aufstieg hinlegen wird. Wer sich nicht weiter mit der Materie beschäftigen will, traut am besten dem Markt. Für alle anderen tauchen wir nun ein wenig tiefer ein.

Diese Strategie ist auch deshalb faul, weil ich mich hierfür nicht zu intensiv mit Software auseinandersetzen muss. Die Börse Bitfinex ermöglicht Kauf und Verkauf von mehr als 100 Coins für Euro und Dollar und deckt von den Top 10 bereits 7 Coins ab. Eine Übersicht der gehandelten Coins gibt es hier für Bitfinex und für Kraken.

Bisschen schwieriger wird es noch mit dem langfristig sicher Aufbewahren: Dafür verwendet man eine Wallet-Software - für den PC oder fürs Smartphone, die die kritische Information (das ist der private key oder der seed) lokal speichert und Verschlüsselung per Passwort sowie ein Paper-Backup erlaubt. Grundsätzlich hat jeder Coin seine eigene Wallet-Software. Sogenannte Multi-Coin-Wallets gibt es auch, keins davon deckt aber zuverlässig alle Top-10-Coins ab. Die praktische Wallet-Anleitung für Anleger verdient einen eigenen Artikel. In diesem Artikel hab ich aber schon die wichtigsten Grundlagen zum Thema Wallets beschrieben. Vorerst nützt es nichts: Man muss häufig pro Coin einzeln nach einem geeigneten Wallet googeln und von da weiterschauen.

2. Die Wette auf die bunten Hunde

Wer schon mal Geld angelegt hat, weiß, dass ich hier nichts grundlegend Neues präsentiere. Wenn der Krypto-Index aus den Top-10 vielleicht so eine Art DAX ist, der die dreißig größten deutschen Aktienunternehmen nach Marktkapitalisierung abbildet (grob), dann kommt jetzt so eine Art MDAX, mit der Gruppe der 50 nächstgrößeren Titel.

Auf dem Kryptomarkt gibt es allerhand interessante Erscheinungen, die sich zunehmend über Bitcoins ursprüngliche Idee eines reinen Kryptogeldes hinausentwickelt haben. Sowohl bezüglich des praktischen Nutzens als auch bezüglich der technologischen Reife, müssen die sich noch behaupten. Wer jetzt anfängt, sich für Coins jenseits der Top 10 zu interessieren, rutscht automatisch in diese esoterische Welt der dezentralen Technologien hinein.

Die Geschichte muss zeigen, was davon Bestand hat. (OK, das gilt natürlich auch für Bitcoin und die Top 10, aber es dürfte klar sein, dass die Tendenz zu Experimenten weiter unten in der Liste zunimmt)

Storjcoin und Filecoin sind dezentrale Dropbox-Varianten. Hier geht es also nicht primär um Geld sondern um die Auslastung von Cloud-Speicher. Steem ist der Coin der Social-Media-Plattform Steemit und wird zum Beispiel ausgezahlt, wenn mein Steemit-Post viele Likes erhält. IOTA will Machine-to-Machine-Payments ermöglichen. Es gibt in diesem Stil noch viel mehr dezentrale Anwedungen und auch technologisch wird es bunt: Während Bitcoin der Pionier der proof-of-work-basierten Blockchain ist, bauen NXT und Ardor auf pure Proof-of-Stake-Technologie, was unter Anderem die Stromkosteneskalation vermeidet. Skycoin wiederum setzt auf ein "Web of Trust", IOTA hat ein Tangle, Raiblocks ein "Blocklattice", ein Block-Netz also anstelle einer Block Chain.

Nicht wenige Krypto-Enthusiasten überspringen die langweilige Top 10 und suchen sich gezielt Konzepte raus, die ihnen zusagen. Man gewichtet sein Portfolio dann nicht nach Marktkapitalisierung sondern entsprechend des persönlichen Urteils. Und da spricht auch nichts gegen - man muss nur lesen und sich inspirieren lassen. Allerdings: Wer sein Geld langfristig anlegen will, muss hier häufiger nachjustieren. Was heute vielversprechend erscheint, erweist sich morgen möglicherweise als Fehlschlag. Interesse für neue Konzepte schwillt schnell an, um sich manchmal eben so schnell wieder in nichts aufzulösen. Noch mehr als im Krypto-Markt allgemein spielt der schwer zu ergründende Hype-Faktor eine große Rolle.

Wer sich auf diese Weise auf die Coins seiner Wahl stürzt, muss für jeden einzelnen Coin recherchieren: An welcher Börse wird der gehandelt? Wenn diese Börse wiederum keine Euro-Einzahlungen akzeptiert, sondern wie z.B. Poloniex nur Kryptogeld, muss ich erst auf einer anderen Börse mein Fiatgeld tauschen also zahle ich z.B. auf Bitfinex Euros ein, kaufe davon Bitcoins, transferiere die dann direkt zu Poloniex und kann da dann weitershoppen. Genauso erfordert es ein bisschen Recherche für jeden Coin das geeignete Wallet zu finden, sobald man seine Coins von der Börse auszahlen will.

3. Ride the wave

Für mich hat sich eine Strategie bewährt, die noch etwas spezieller ist als die Wette auf einzelne Coins, die einem eben aussichtsreich erscheinen, denn es gibt im Leben eines jeden Altcoins eine Entwicklung, die sich immer ähnlich abspielt. Als ich zum Ersten Mal von Bitcoin gehört habe, war für mich klar, dass - neben allen Risiken - ein gewaltiges Kursgewinn-Potenzial vorliegt, aus diesem ganz einfachen Grund: Wenn einer von hundert Leuten Bitcoin für eine gute Idee hält und grundsätzlich kaufen will, gleichzeitig aber erst einer von tausend Leuten überhaupt von Bitcoin gehört hat, schlummern da noch zehnmal mehr potenzielle Käufer, die eines Tages aktiv werden, wenn sich die Idee von Kryptogeld eben verbreitet.

Das ist eine etwas andere Wette als beispielsweise ein Aktienkauf, wo ich auf das Wachstum einer Branche und die Performanz einer Firma setze. Die Bitcoin-Idee begeistert nicht alle Menschen - sie polarisiert eher, sie lässt nur wenige kalt. Sobald es dann einfacher wird tatsächlich Bitcoins zu kaufen, weil die Infrastruktur aus Services sich weiterentwickelt und die Medien Aufmerksamkeit generieren, steigt der Kurs fast zwangsläufig.

Altcoins sind nun nicht wie Bitcoin, da die grundsätzliche Idee von Kryptogeld nicht mehr neu ist und ich nicht ebensoviel Vertrauen in jede wilde dezentrale Anwendung habe, die es inzwischen in Form eines Altcoins gibt. Allerdings entwickelt sich auch bei Altcoins die Service-Infrastruktur und die mediale Aufmerksamkeit so, dass viele Coins auf ihre Sternstunde warten. Der Witz dabei: Wenn ich in zehn obskure Coins investiere, davon neun scheitern, der zehnte sich aber verzehnfacht, gehe ich mit Gewinn aus der Nummer raus. Und was das Ganze noch witziger macht: Ich muss den Coin und das Konzept dahinter gar nicht mögen (mein persönlicher Enthusiasmus gilt fast ausschließlich Bitcoin), ich muss nur die offensichtlichen Scams rausfiltern - die wirklich unseriösen Angebote - um das Verlustrisiko gering zu halten.

Was ist der Haken? Praktisch ist das tatsächlich nicht ganz so einfach, wie es jetzt vielleicht klingt. Es fängt mit der Frage an: Wie kaufe ich denn einen obskuren Coins, dessen Sternstunde noch nicht gekommen ist? Erst einmal muss ich einen solchen Geheimtipp finden - z.B. indem ich reddit lese und Krypto-Foren nach Ankündigungen durchsuche. Dann muss ich mir selber ein Urteil bilden, ob nicht doch ein Scam vorliegt - viele Erfahrungen gibt es mit dem Coin ja noch nicht. Und zuguterletzt muss ich mich auf einer kleinen, obskuren Börse registrieren und denen mein Geld anvertrauen, denn wenn der Coin auf einer erwiesenermaßen seriösen Börse verfügbar ist, hat der den größen Kurssprung womöglich schon hinter sich. Prinzipiell gibt es auch Coins, die ich noch an überhaupt keiner Börse kaufen kann. Ich konktaktiere dann die Entwickler selber und vertraue denen mein Geld an. Hier wird genau deutlich wie neben der Gewinnerwartung auch das Risiko steigt. Auch das sichere Aufbewahren solcher Coins kann schwierig werden, wenn nämlich die Wallet-Software noch mangelhaft ist.

Um dir ein Urteil zu bilden, ob diese Strategie für dich Sinn macht, musst du sie selber ausprobieren und deinen gesunden Menschenverstand benutzen, wenn es darum geht, Leuten im Internet dein Geld zu geben und dich mit Beta-Software rumzuschlagen. Ich google gerne den Namen eines Coins zusammen mit "reddit", um schnell an Informationen zu kommen. Es schadet nie, zu versuchen, mit den Entwicklern in Kontakt zu treten - durch Antwort auf Foren-Posts oder in Telegramm- oder Slack-Channels, die man in der Regel auf der Homepage des Coins findet. Und natürlich kann man das White Paper lesen - um einen Eindruck von den technischen Aspekten zu bekommen. Genauso kann man auch die typischerweise offenen Code-Repositories des Coins anschauen, um anhand der Änderungen (der sogenannten "commits") zu prüfen, ob aktiv an dem Coin gearbeitet wird.

Krypto-Krise und Konsolidierung

Zuletzt möchte ich noch auf ein anderes Risiko aufmerksam machen. Wer grundsätzlich an den Erfolg von Kryptogeld glaubt, ist mit der Stratgie Nr. 1, dem Krypto-Index, gut beraten. Der Krypto-Index ist auch deshalb vernünftig, weil rein logisch zu erwarten ist, dass nicht bis in alle Zukunft 1200 Altcoins gleichzeitig existieren werden. Fürs simple Bezahlen (allgemeiner: die reine Geldfunktion) gibt es Bitcoin, Litecoin, Dash und Monero. Für ICOs und smart contracts gibt es Ethereum, Cardano und Stellar. Wieviele von denen sollen langfristig parallel bestehen? Es mag eines Tages drei, oder meinetwegen dreißig sinnvolle Kryptogeld-Varianten geben. Lass es dreihundert sein! Alle anderen Coins müssen aussterben und schon jetzt haben nur die wenigsten Coins einen erwiesenen praktischen Nutzen und aktive Nutzer. Auf dem Weg dahin muss eine Konsolidierung des Kryptomarktes stattfinden, wo luftigen Konzepten das Kapital entzogen wird und die bewährten Konzepte wie wachsende Schwarze Löcher das Universum vom Kometenstaub befreien.

Sobald diese Entwicklung einsetzt, ist nicht mehr gegeben, dass jeder obskure Altcoin mit halbwegs überzeugender Idee seine Sternstunde erlebt. Noch scheint es aber nicht so weit zu sein.

Liebe Leser

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